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Geltungsbereich
des Bebauungsplans 11-47b

Grundlegende Informationen zum Bebauungsplan 11-47b

Genese
Ähnlich wie bei Bebauungsplan 11-47a ergibt sich der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans 11-47b aus der Teilung des Bebauungsplans 11- 47 am 05. Oktober 2010.

Geltungsbereich
Das Gebiet befindet sich im Bezirk Lichtenberg und verläuft über die Ortsteile Rummelsburg und Karlshorst. Es handelt sich um eine dreieckige Fläche zwischen Blockdammweg, Tauterner Straße und Hönower Wiesenweg. Nördlich und westlich grenzt das Gebiet an die Spree bzw. den Stichkanal. Mit Bezirksamtsbeschluss von September 2015 wurde der Geltungsbereich leicht abgeändert, um insbesondere die angrenzenden Verkehrsbereiche besser planen zu können.

Planungsziele
Auf dem seit 1991 brachliegenden Gelände des ehemaligen Furnierwerks sind die leerstehenden Gebäude zunehmend von Verfall betroffen. Um das Gelände wieder in das Stadtgefüge einzugliedern und auf steigende Bevölkerungszahlen im Bezirk Lichtenberg zu reagieren, ist die Reaktivierung des Gebiets unumgänglich. Neben der Schaffung des attraktiven Wohnviertels Parkstadt Karlshorst im Anschluss an das Prinzenviertel sollen Misch- und Gewerbegebiete, die Kleingartenanlage und die Gartenarbeitsschule gesichert werden. Zudem soll das Angebot an Naherholungsflächen verbessert und ein neuer Schulstandort festgesetzt werden.

Umsetzung
Die Gestaltung des neuen Gebiets basiert auf einem Masterplan des Büros Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur (mehr Informationen zum Masterplan finden Sie HIER). Vier Berliner Architekturbüros qualifizieren die städtebaulichen Planungen in Architekturentwürfe mit klarer Formsprache aus. Zu den Architekturbüros zählen Eingartner Khorrami Architekten, Höhne Architekten, Eckert Negwer Suselbeek Architekten sowie Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Bonava soll das Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung zur Anwendung kommen. Mit dem Berliner Modell wird die Übernahme von Kosten für soziale und technische Infrastruktur, die Voraussetzung oder Folge des geplanten Wohnungsbauvorhabens sind, über einen mit dem Investor zu schließenden städtebaulichen Vertrag sichergestellt. Darüber hinaus ist grundsätzlich ein Anteil von 25 Prozent der neuen Wohneinheiten als förderfähiger Wohnraum mit Mietpreis- und Belegungsbindungen zu vereinbaren. Mehr Informationen zu diesem Modell finden Sie HIER auf der Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Leitbild Rationalistenstadt
Als Rationale Architektur wird eine Architekturströmung in der Phase der sog. Nach-Moderne (ca. 1968-heute) bezeichnet, die die Baukunst als objektive Wissenschaft begreift. Sie beruht auf Logik und Gesetzmäßigkeiten, d.h. architektonische Entwurfsprobleme sollen mit Vernunft gelöst werden. (ALDO ROSSI, 1966) Grundprinzipien sind die Funktionalität, die Ökonomie, die Einbeziehung städtebaulicher Aspekte unter Berücksichtigung politischer und sozialer Anforderungen, die zu einer besseren Lebensqualität führen sollen. Dabei strebt diese Architekturform eine Versachlichung der Außen- und Innengestaltung von Bauwerken an. Elementare Bauformen und die Betonung der Symmetrie bestimmen die streng formalen Bauten. Von Architekturtheoretikern wird dieser Stil jedoch nicht als Fortsetzung oder Wiederbelebung des Rationalismus der 20er Jahre verstanden, denn im Gegensatz zu dieser Architekturströmung lehnt die Rationale Architektur die Überbetonung des Funktionalismus zugunsten einer ganzheitlichen Entwurfslösung ab.

Der Investor
Bonava ist einer der führenden Projektentwickler im Wohnungsbau in Nordeuropa und Deutschland. Das Unternehmen ist 2016 unter dem Dach des schwedischen Bau- und Immobilienkonzerns NCC entstanden und beschäftigt derzeit rund 1.400 Mitarbeiter in 8 europäischen Ländern. Bonava Deutschland wurde 1964 als Industriebau Fürstenwalde gegründet und ist inzwischen laut einer jährlichen Marktstudie des deutschen Analyseunternehmens bulwiengesa zum vierten Mal in Folge der aktivste Projektentwickler für Wohnimmobilien in den deutschen Metropolen. 2015 verkaufte Bonava in Deutschland 1.693 Häuser und Wohnungen an Eigennutzer und Investoren.